01. September 2015

Metallhybride Strukturen für die großserienorientierte Fertigung

Experten diskutieren mechanische Strukturierungen innerer Grenzflächen auf dem 8. Nano und Material Symposium, 25. – 26.11.2015 in Salzgitter.

Zu Gast auf dem Symposium 2015: Prof. Dr.-Ing. Klaus Dröder

Unter dem Leitthema „Material- und Prozessinnovationen für eine ressourcenschonende Mobilität“ veranstaltet die Landesinitiative Nano und Materialinnovation Niedersachsen ihre Jahresveranstaltung in Kooperation mit der Salzgitter AG und die Volkswagen AG. Mehr als 20 Fachbeiträge, thematisch gegliedert in drei Parallelsessions (Neue Materialien, Leichtbau, Oberflächen), bestimmen das Vortragsprogramm.

Prof. Dr.-Ing. Klaus Dröder, Leiter des Instituts für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik der Technischen Universität Braunschweig präsentiert in der Session Leichtbau Forschungsansätze der „Mechanischen Strukturierung innerer Grenzflächen zur Eigenschaftsverbesserung materialhybrider Strukturen“.

Prof. Dröder fasst seinen Vortrag wie folgt zusammen: „Sowohl der metallische Leichtbau als auch reine Faserverbundbauweisen sind für eine großserienorientierte Fertigung nicht hinreichend effizient. So kann der klassische metallische Leichtbau die zur Erfüllung der zunehmend restriktiven CO2-Gesetzgebungen erforderlichen Gewichtseinsparungen allein nicht im erfor-derlichen Umfang erzielen. Dagegen sind Fahrzeug- und Fertigungskonzepte, die zu einem Großteil auf faserverstärkten Kunststoffen (FVK) basieren, für eine wirtschaftliche Großserie im Automobilbau eher ungeeignet. Aus diesem Grund rücken die integralen Kombinationen dieser verschiedenen Werkstoffe und deren belastungsgerechte Allokation im hybriden Bauteil zunehmend in den Fokus von Forschung und Entwicklung. Die Herstellung von hybriden Bauteilen erfolgt vorzugsweise in verketteten Fertigungsverfahren, durch die ein integraler Werkstoffverbund entsteht, der keines nachgelagerten Fügeverfahrens mehr bedarf.“ und ergänzt: „Zur Sicherstellung einer maximalen strukturellen Belastbarkeit des Bauteils ist die Gestaltung der inneren Grenzflächen zwischen Metall und FVK daher von großer Bedeutung. Dies beinhaltet sowohl die konstruktive Auslegung von werkstoff-übergreifenden Lasteinleitungsflächen sowie die technologische Gewährleis-tung der erforderlichen Verbundfestigkeiten. So hängt die Strukturintegrität hybrider Bauteile wesentlich von der Kraftübertragung zwischen den verschiedenen Werkstoffen ab. Die mechanische Strukturierung metallischer Grenzflächen stellt hierbei einen vielseitigen Ansatz dar. Hierfür steht eine Vielzahl von Verfahren zur Verfügung.“

Prof. Dröder geht in seinem Vortrag zudem auch auf Kriterien wie der Belastungsart des Bauteils sowie die Integrierbarkeit in die Fertigungsprozesskette und die Wirtschaftlichkeit ein. Das Ziel großseriengerechter Anwendungen besteht dabei in der Auswahl geeigneter Technologien und Prozesse zur Erzeugung und Erhaltung der erforderlichen Bauteil-Strukturintegrität über die gesamte Nutzungsdauer. Der Vortrag ist am Donnerstag, 26.11.2015, 13:00 Uhr zu hören.

Weitere Beiträge der Session Leichtbau sind:

  •  Pkw-Leichtbau und seine Auswirkungen
     Univ.-Prof. em. Dr.-Ing. Henning Wallentowitz, RWTH Aachen University

  •  Intelligenter Fahrwerkleichtbau mit Hilfe innovativer
     Simulationstechniken

     Dr.-Ing. Holger Manz, Volkswagen AG

  • Metallischer Karosserieleichtbau versus Steifigkeit /Problem und Lösungsansätze
    Frank Preller, Bertrandt Ingenieurbüro GmbH

  • Warmumformung - Leichtbau durch höchstfeste sicherheitsre-levante Karosseriebauteile
    Dr.-Ing. Michael Alsmann, Volkswagen AG

  • Leichtbaupotentiale durch Massivumformung
    Dr.-Ing. Hans-Willi Raedt, Initiative Massiver Leichtbau / Hirschvogel Automotive Group

Das gesamte Programm mit den Schwerpunkten „Neue Materialien“ sowie „Oberflächen“ steht unter www.nmn-ev.de/programm2015 zur Verfügung und kann bei der Landesinitiative auch als Druckexemplar angefordert werden (mail@nmn-ev.de).

Ergänzt wird das Symposium durch eine begleitende Fachausstellung. Partner aus Industrie und Forschung demonstrieren hier die News der Material-, Oberflächen- und Leichtbau-Welt, von der Studie bis zum Material, von der Herstellung bis zum Recycling-Prozess. Informationen zu Standgrößen und Konditionen für interessierte Aussteller stehen online zur Verfügung: www.nmn-ev.de/symposium/ausstellung.

8. Nano und Material Symposium Niedersachsen
25. - 26. November 2015
Hotel am See, Gästehaus der Salzgitter AG
Kampstraße 37
38226 Salzgitter / Lebenstedt

Kontakt:
Dr. Nadine Teusler
Nano- und Materialinnovationen Niedersachsen e. V.
c/o innos - Sperlich GmbH
Bürgerstr. 44/42 I 37073 Göttingen
Tel   +49 (551) 49 607 0, Fax  +49 (551) 49 607 49
mail@nmn-ev.de, www.nmn-ev.de


Über die Landesinitiative Nano- und Materialinnovationen
Niedersachsen:


Die Landesinitiative Nano- und Materialinnovationen Niedersachsen
(LI NMN) ist Impulsgeber, der niedersächsische Akteure in den Leitthemen Neue Materialien, Leichtbau und Oberflächen sowie Prozesstechnologie als leitthemenübergreifende Querschnittsfunktion vernetzt. Ein wesentliches Ziel der LI NMN ist die Unterstützung von Unternehmen sowie Forschungsein-richtungen bei der Entwicklung von Produkten mit Pilotcharakter und der gezielte Technologietransfer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft. Hierzu koordiniert die LI NMN ein umfangreiches Netzwerk aus Forschung, Wirt-schaft sowie Politik und bietet Partnern und Interessenten eine gemeinsame Kommunikationsplattform. Die Landesinitiative wird gefördert vom Nieder-sächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.