29. Oktober 2015

Innovative Oberflächenfeinstrukturen auf Stahlfeinblech als qualitätsrelevantes Produktmerkmal

Experten der Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH diskutieren auf dem 8. Nano und Material Symposium Niedersachsen am 25. und 26.11.2016

Dr. Martin Bretschneider, Referent des 8. NMN Symposiums

„Material- und Prozessinnovationen für eine ressourcenschonende Mobilität“ lautete das Leitthema des 8. Nano und Material Symposiums Niedersachsen am 25. und 26. November in Salzgitter. Veranstaltet wird das 1,5 tägige Fachevent von der gleichnamigen Landesinitiative und den diesjährigen Kooperationspartnern der Salzgitter AG und der VOLKSWAGEN AG. In insgesamt 3 Parallelsessions präsentieren Experten der Nano- und Materialbranche aktuelle Ergebnisse, Projekte aber auch Bedarfe mit Schwerpunkt auf „Oberflächen“, „Leichtbau“ sowie „Neue Materialien“.

Ein Beitrag in der Session „Oberflächen“ wird der Vortrag aus dem Hause der Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH zu „Innovative Oberflächenstrukturen“ sein.

„Die Oberflächenfeingestalt des Feinbleches ist ein wesentliches, qualitätsrelevantes Produktmerkmal und beeinflusst maßgeblich das Umformverhalten sowie die Haftung und die optischen Eigenschaften der Automobillackierung.“, erklärt Dr. Martin Bretschneider, Fachingenieur der Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH und Referent auf dem Symposium 2015.

Im Fokus seines Beitrages am 26. November 2016 stehen innovative Oberflächenstrukturen, an die besonders in der Automobilindustrie im Karosseriebau für Innen- und Außenhautteile höchste Ansprüchen gestellt werden. Ein Tätigkeitsschwerpunkt von Dr. Bretschneider liegt auf der Messung, Entwicklung und Optimierung der Oberflächentexturierung von Walzen und Stahlfeinblechen, und er fasst seinen Vortrag wie folgt zusammen:

„Blechverarbeiter nutzen Feinblech in Prozessen wie z.B. Umformen, Kleben und Lackieren. Auf diese Prozesse hat die Oberflächenbeschaffenheit des Blechwerkstoffes einen großen Einfluss. Diese Oberflächenbeschaffenheit wird typischerweise mit 2D-Rauheitskennwerten wie der mittleren Rauheit Ra und der Spitzenzahl RPc spezifiziert. Diese definierte Oberflächenstruktur wird beim Feinblechhersteller mit texturierten Arbeitswalzen auf das Feinblech übertragen.“, und fügt an: „In meinem Vortrag stelle ich eine Oberflächenstruktur für diese Arbeitswalzen vor, die auf vielen stochastisch verteilten harten Kugelkalotten als Texturelement basiert, die in einem galvanischen Beschichtungsprozess auf den Arbeitswalzen abgeschieden werden. Durch variierende Parameter dieses Beschichtungsprozesses können eine unterschiedliche Anzahl und Größe dieser Kalotten erzeugt werden. Es zeigt sich, dass allein mit der Kombination von Ra- und RPc-Werten eine eindeutige Beschreibung dieser Oberflächen nicht möglich ist. Eine genauere Beschreibung ermöglichen weitere 3D-Rauheitskennwerte wie der Materialanteil Smr und die aus einer automatischen Bildverarbeitungsmethode berechnete Anzahl und Größe der einzelnen Kalotten.“

In einer Übersicht über mögliche Oberflächen mit den zugehörigen Kennwerten zeigt Dr. Bretschneider die Vielfalt dieser Oberflächenfeinstruktur auf. „Versuche mit Feinblechen mit unterschiedlicher Oberfläche zeigen den Einfluss auf die Prozesse der Blechverarbeiter. Somit können wir die Oberflächenfeinstruktur gezielt für diese Anwendungen optimieren.“ schließt Dr. Bretschneider.

Der Vortrag ist am Donnerstag, 26.11.2015, 11:30 Uhr zu hören. 

Weitere Beiträge der Session Oberflächen sind:

  • „Haftung und Enthaftung an Polymer/Metall-Grenzflächen – Vom molekularen Verständnis zu hochstabilen Werkstoffverbunden“
    Prof. Dr.-Ing. Guido Grundmeier, Universität Paderborn

  • „Grenzflächen - Vom Atom zum hybriden Bauteil“
    Dr. Heike Walter / Nils Brücker, Volkswagen AG

  • "Mit Wirbelstrom lokal erwärmen und 70 % sparen“
    Henner Krug, AB - Anlagenplanung GmbH (Achim) / Helmut Bauer, Bauer Anlagen e. K

Das gesamte Programm steht unter www.nmn-ev.de/programm2015 zur Verfügung und kann bei der Landesinitiative auch als Druckexemplar ange-fordert werden (mail@nmn-ev.de).

Ergänzt wird das Symposium durch eine begleitende Fachausstellung. Partner aus Industrie und Forschung demonstrieren hier die News der Material-, Oberflächen- und Leichtbau-Welt, von der Studie bis zum Material, von der Herstellung bis zum Recycling-Prozess.

Informationen zu Standgrößen und Konditionen für interessierte Aussteller stehen online zur Verfügung: www.nmn-ev.de/symposium/ausstellung

8. Nano und Material Symposium Niedersachsen
25. - 26. November 2015
Hotel am See, Gästehaus der Salzgitter AG
Kampstraße 37
38226 Salzgitter / Lebenstedt

Kontakt:
Dr. Nadine Teusler
Nano- und Materialinnovationen Niedersachsen e. V.
c/o innos - Sperlich GmbH
Bürgerstr. 44/42 I 37073 Göttingen
Tel   +49 (551) 49 607 0, Fax  +49 (551) 49 607 49
mail@nmn-ev.de, www.nmn-ev.de

Über die Landesinitiative Nano- und Materialinnovationen Niedersachsen:

Die Landesinitiative Nano- und Materialinnovationen Niedersachsen
(LI NMN) ist Impulsgeber, der niedersächsische Akteure in den Leitthemen Neue Materialien, Leichtbau und Oberflächen sowie Prozesstechnologie als leitthemenübergreifende Querschnittsfunktion vernetzt. Ein wesentliches Ziel der LI NMN ist die Unterstützung von Unternehmen sowie Forschungsein-richtungen bei der Entwicklung von Produkten mit Pilotcharakter und der gezielte Technologietransfer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft. Hierzu koordiniert die LI NMN ein umfangreiches Netzwerk aus Forschung, Wirt-schaft sowie Politik und bietet Partnern und Interessenten eine gemeinsame Kommunikationsplattform. Die Landesinitiative wird gefördert vom Nieder-sächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.