06. November 2015

Moderne Materialmixe für den leichten PKW

Experten diskutieren auf dem 8. Nano und Material Symposium Niedersachsen am 25. u. 26.11.2015 über Auswirkungen und Herausforderungen

Univ.-Prof. em. Dr.-Ing. Henning Wallentowitz zu Gast auf dem 8. NMN Symposium, 25.-26. Nov. 2015

Energieeinsparungen, ressourcenschonender Einsatz von Materialien und CO2-Gesetzgebungen sind elementare Kriterien im Automobilbau. Zur Zielerreichung bedient man sich verstärkt moderner Materialien und Bauweisen um z.B. die Fahrzeugmasse maßgeblich zu reduzieren - von der Karosserie bis hin zu einzelnen Aggregaten. Univ.-Prof. em. Dr.-Ing. Henning Wallentowitz, emeritierter Leiter des Instituts für Kraftfahrwesen an der RWTH Aachen University, durchleuchtet die Auswirkungen des PKW-Leichtbaus in seinem Vortrag auf dem 8. Nano und Material Symposium Niedersachsen am 25.-26. November 2015 in Salzgitter.

Das Symposium ist die Jahresveranstaltung des Nano- und Materialinnovationen Niedersachsen (NMN) e. V. und präsentiert unter dem Leitthema „Material- und Prozessinnovationen für eine ressourcenschonende Mobilität“ insgesamt 20 branchenübergreifende Fachbeiträge renommierter Experten in 3 Parallel-Sessions: „Neue Materialien“, „Oberflächen“ sowie „Leichtbau“. In zuletzt genannter Session diskutiert Herr Prof. Wallentowitz am 26.11.2015 den „PKW-Leichtbau und seine Auswirkungen“.

In einem Vorgespräch erklärte Herr Prof. Wallentowitz hierzu: „In der Vergangenheit hat es bereits Studien zu Fahrzeugen gegeben, die aus mehreren Materialien bestehen (Super Light Car), oder die nur aus Stahl gefertigt werden (Future Steel Vehicle). Dann wird der Leichtbau vor allem durch hochfeste Stähle erreicht. Dieser `Wettkampf der Systeme´ geht auch heute weiter. Das zeigen sowohl die eingesetzten Materialien in modernen Fahrzeugen, als auch die bekannt gewordenen Entwicklungen für die Zukunft.

`Nebenwirkungen´ der modernen Stahlwerkstoffe ergeben sich in der begrenzten Rettungsfähigkeit der Insassen nach Unfällen. Vor allem die B- und A-Säulen sind aus so hochfestem Stahl gefertigt, dass sie nicht mehr durchschnitten werden können. Hier sind möglicherweise die Rettungsmittel zu verbessern. Die unteren Längsträger der Fahrzeuge benötigen spezielle Gestaltungen, damit die neu hinzugekommenen Crash-Testprozeduren bestanden werden können.

Bei den Mischbauweisen werden neuartige Lösungen vorgeschlagen. So werden Aluminium und Stahl durch Guss miteinander verbunden, es sind aber auch Verknüpfungen von Stahlkarossen und Kohlefaser-Bodengruppen vorgesehen, die sogar miteinander lackiert werden können.

Bei Fahrzeugen, die aus Leichtbaugründen Aluminium-Fahrzeuge sind, wird derzeit diskutiert, ob die Reparaturkosten nach Unfällen höher sind als bei Stahlfahrzeugen und ob deshalb die Versicherungsprämie erhöht werden muss. Es gibt auch Beispiele, in denen Leichtbau von Einzelteilen dazu führen kann, dass ganze Baugruppen leichter gemacht werden können. Federn aus Automat-Getrieben sind dafür ein Beispiel. Kohlefasern als Material für Aggregate (Stabilisatoren, Stoßdämpfer, Räder) sind weitere Auswirkungen des Leichtbaus. Sie werden dann akzeptiert, wenn zusätzliche funktionale Verbesserungen erreicht werden können.“, schließt Herr Prof. Wallentowitz.

•    „PKW-Leichtbau und seine Auswirkungen“
      Univ.-Prof. em. Dr.-Ing. Henning Wallentowitz, RWTH Aachen University

       Do, 26.11.2015, 11:00 – 11:30 Uhr, Session „Leichtbau“

Weitere Vorträge aus den Parallel-Sessions (Auszug)

•    „Stahl - der Werkstoff für heute und morgen“
      Ulrich Grethe, Vorsitzender der Geschäftsführung Salzgitter Flachstahl
      GmbH, Mitglied der Konzerngeschäftsführung Salzgitter AG (Salzgitter)

•    „Leichtbautechnologien der Zukunft – Symbiose aus Innovation und 
      Wirtschaftlichkeit“

      Thorsten Jablonski, Werkleiter Volkswagen Braunschweig, Volkswagen AG 
      (Braunschweig)

•    „Widerstandsschweißen für duromere CFK-Bauteile“
      Widyanto Surjoseputro, Technische Universität Clausthal (Clausthal-
      Zellerfeld)

•    „Leichtbaupotentiale durch Massivumformung“
      Dr.-Ing. Hans-Willi Raedt, Initiative Massiver Leichtbau / Hirschvogel 
      Automotive Group (Denklingen)

•    „Mit Wirbelstrom lokal erwärmen und 70 % sparen“
      Henner Krug, AB - Anlagenplanung GmbH (Achim) / Helmut Bauer, Bauer
      Anlagen e. K (Weißbach)

Das gesamte Programm sowie die Registrierungsunterlagen stehen unter www.nmn-ev.de/programm2015 zur Verfügung. Zur Teilnahme am Symposium ist eine schriftliche Anmeldung bis 13.11.2015 erforderlich. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.

8. Nano und Material Symposium Niedersachsen
25. - 26. November 2015
Hotel am See, Gästehaus der Salzgitter AG
Kampstraße 37
38226 Salzgitter / Lebenstedt

Kontakt:
Dr. Nadine Teusler
Nano- und Materialinnovationen Niedersachsen e. V.
c/o innos - Sperlich GmbH
Bürgerstr. 44/42 I 37073 Göttingen
Tel   +49 (551) 49 607 0, Fax  +49 (551) 49 607 49
mail@nmn-ev.de, www.nmn-ev.de

Über die Landesinitiative Nano- und Materialinnovationen Niedersachsen:
Die Landesinitiative Nano- und Materialinnovationen Niedersachsen
(LI NMN) ist Impulsgeber, der niedersächsische Akteure in den Leitthemen Neue Materialien, Leichtbau und Oberflächen sowie Prozesstechnologie als leitthemenübergreifende Querschnittsfunktion vernetzt. Ein wesentliches Ziel der LI NMN ist die Unterstützung von Unternehmen sowie Forschungsein-richtungen bei der Entwicklung von Produkten mit Pilotcharakter und der gezielte Technologietransfer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft. Hierzu koordiniert die LI NMN ein umfangreiches Netzwerk aus Forschung, Wirt-schaft sowie Politik und bietet Partnern und Interessenten eine gemeinsame Kommunikationsplattform. Die Landesinitiative wird gefördert vom Nieder-sächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.