12. November 2015

Programm Online: Workshop „Leichtbaupotenzial durch innovative Umformverfahren“

Am 07. Dezember 2015 veranstaltet die Landesinitiative Nano- und Materialinnovationen Niedersachsen gemeinsam mit dem Institut für Umformtechnik und Umformmaschinen (IFUM) und dem Institut für Integrierte Produktion Hannover gemeinnützige GmbH (IPH) einen Workshop, bei dem Leichtbaupotenziale durch innovative Umformverfahren diskutiert werden sollen.

© Volkswagen AG

Der Leichtbau ist ein Schlüsselfaktor zur Minimierung des Energieverbauchs von Fahrzeugen aller Art. Grundsätzlich ist der Leichtbau eine Konstruktionsphilosophie, mit der bei gleichbleibender oder verbesserter Funktionalität eines Produkts, Gewicht eingespart werden soll. Dieses Ziel wird u. a. durch die gezielte Verminderung des Werkstoffeinsatzes oder den Einsatz leichterer bzw. leistungsfähigerer Werkstoffe erreicht.

Im PKW entfällt der größte Anteil an der Gesamtmasse auf die Karosserie, weshalb der Karosserie-Leichtbau von besonderer Bedeutung ist. Dies gilt auch für Elektrofahrzeuge, da die relativ hohe Masse der Batterien durch geeignete Leichtbaumaßnahmen an anderer Stelle kompensiert werden soll.

Im Karosserieleichtbau werden verstärkt neue Werkstoffkonzepte und innovative Umformverfahren eingesetzt und so konventionelle Stahlgüten zunehmend durch hoch- und höchstfeste Stähle verdrängt. Bei Mittel- und Oberklassefahrzeugen spielen zudem Aluminium, in kleinerem Umfang auch Magnesium und Faserverbundwerkstoffe, eine immer größere Rolle.

Unter wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten wird jedoch weiterhin der stahlbasierte Leichtbau, insbesondere in der Großserie, die dominante Rolle spielen. Dort haben sich fertigungstechnische Leichtbaukonzepte wie beispielsweise Tailor-Welded und Tailor-Rolled Blanks, aber auch Tailored Tubes etabliert, bei denen bereits durch die spezifische Wahl von Blechdicke und Blechgüte des Stahlhalbzeugs eine belastungsgerechte Bauteilgestaltung erreicht werden kann.

Eine weitere Reduzierung der Karosseriemasse ist durch Warmumformverfahren wie dem Formhärten bzw. Presshärten möglich. Dieses Verfahren ermöglicht ultrahochfeste Bauteile, die insbesondere in der Fahrgastsicherheitszelle eingesetzt werden, um beim Crash ein Kollabieren der Karosserie zu verhindern.

Insgesamt eröffnen umformtechnische Verfahren, welche die Eigenschaften von Karosseriebauteilen sehr gezielt den späteren Belastungen anpassen, ein hohes Leichtbaupotenzial. Im Rahmen des Workshops soll dieses Leichtbaupotenzial im intensiven Dialog mit den Teilnehmern diskutiert werden.

Folgende Fachbeiträge bestimmen das Programm des Workshops:

  • Karosserieleichtbau durch innovative Prozesse in der Warmblechumformung
    Prof. Dr.-Ing. Bernd-Arno Behrens (Institut für Umformtechnik und Umformmaschinen)

  • Innovative (Umform-)Verfahren – notwendige Rahmenbedingungen!
    Dipl.-Ing. Michael Braun (Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH)

  • Das flexible Walzen – die umformtechnische Lösung für den gezielten Fahrzeugleichtbau
    Holger Voswinckel (Mubea Tailor Rolled Blanks GmbH)

  • Umformtechnische Betrachtung des Mangan-Bor-Stahls 22MnB5
    Hans-Elias Marusch, Co-Autoren: Dr. Christina Sunderkötter, Dr. Michael Alsmann (Volkswagen AG)

Die Teilnahme ist für Mitglieder des NMN e.V. und Mitarbeiter des IPH und IFUM kostenfrei. Für Nicht-Mitglieder beträgt die Teilnahmegebühr 80,00 Euro.

Eine Anmeldung kann ab sofort über den unten stehenden Kontakt erfolgen.
Weitere Informationen zum Workshop stehen online zur Verfügung:
www.nmn-ev.de/events/arbeitskreise-und-technologietage

Kontakt
Dr. Nadine Teusler / Jan Gerrit Fölsing
Nano- und Materialinnovationen Niedersachsen e. V.
c/o innos - Sperlich GmbH
Bürgerstraße 44/42, 37073 Göttingen
Tel   +49 (551) 49 607 0, Fax  +49 (551) 49 607 49
mail@nmn-ev.de, www.nmn-ev.de

Die Landesinitiative Nano- und Materialinnovationen Niedersachsen (LI NMN) ist Impulsgeber, der niedersächsische Akteure in den Leitthemen Neue Materialien, Leichtbau und Oberflächen sowie Prozesstechnologie als leitthemenübergreifende Querschnittsfunktion vernetzt. Ein wesentliches Ziel der LI NMN ist die Unter-stützung von Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen bei der Entwicklung von Produkten mit Pilotcharakter und der gezielte Technologietransfer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft. Hierzu koordiniert die LI NMN ein umfangreiches Netzwerk aus Forschung, Wirtschaft sowie Politik und bietet Partnern und Interessenten eine gemeinsame Kommunikationsplattform. Die Landesinitiative wird gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.